Visionen, Projekte und Maßnahmen zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Tirol

KommR Arthur Thöni (Thöni H2 Energy Euregio Tirol GmbH) und Dr. Ernst Fleischhacker (FEN Systems und Gründer Green Energy Center Europe) erörterten bei der ÖVP-Klubklausur in Ebbs die Vision und die Projekte, welche in Tirol zum Aufbau einer lokal/regionalen Wasserstoffwirtschaft mit zentraleuropäischer Bedeutung führen. Begonnen hat diese Entwicklung im Jahr 2014 mit der von Dr. Walter Huber (IIT Bozen) und Dr. Fleischhacker (Wasser Tirol/FEN Systems) mit veranlassten Bestellung der ersten Wasserstoffautos (Fuel Cell Electric Vehicles) für Europa bei Hyundai Motors in Seoul. Daraus entwickelten sich die “Wasserstoffautobahn Green Corridor” zwischen München und Verona und die “Friendly-User-Wasserstoff-Familien” (FEN Systems und Hyundai) in Österreich, welche internationale Aufmerksamkeit gefunden haben. Die Inbetriebnahme der H2-Autobahn, welche mittlerweile bis Norwegen reicht, war im Jahr 2016 auch der Anlass für die Gründung des “Green Energy Centers Europe” in Innsbruck, welches eine private Initiative mit großen Playern aus der Industrie und kleinen Startups ist. Diese “Codex Partnerschaft” bekennt mit ihrem “Brückenbauprogramm in eine grüne Energiezukunft” zum strategischen Zielkonvergenzprogramm “Tirol 2050 energieautonom”, das von Dr. Fleischhacker mehr als 10 Jahren entworfen und vor 5 Jahren vom Land Tirol zur Umsetzung frei gegeben wurde. Diese – anfangs viel kritisierte – 2050 Strategie wurde in den letzten Jahren von vielen Akteuren, Ländern und Staaten – bis hin zur EU – übernommen.
Auf diesen Grundlagen entwickelten sich in Tirol zuletzt auch drei große Wasserstoff-Projekte, die von  MPREIS, der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG und der TIWAG getragen werden. Diese Vorhaben zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht mehr den Charakter von reinen Demo-Anlagen haben, sondern bis auf Firmenratsbeschlussebene hoch entwickelte Business-Plan-Projekte mit einstimmigen Organbeschlüssen sind. Darüber hinaus sind sie auch wesentlicher Bestandteil der Energie-und Ressourcenstrategie “Tirol 2050 energieautonom” und werden vom Land Tirol mit getragen.
“Bislang lebt die H2 Technologie noch ausschließlich von geförderten Demo- und Pilotprojekten, von denen es Welt-, EU-weit bereits im Übermaß gibt. Wir versuchen mit unseren Initiativen den Weg aus dieser – zum Teil noch virtuellen – H2-Landschaft heraus zu finden. Für unsere Businessplan-Projekte, die uns in Tirol eine grüne Wasserstoffwirtschaft führen sollen, benötigen wir in der Phase der Einführung von Prototypen und ersten Serien neben der Codex Partnerschaft des Green Energy Centers Europe, die uns schnelles Reagieren und entschlossenes Handeln ermöglicht, auch projektspezifische Deckungsbeiträge, die auch seitens der öffentlichen Hand auf stabilen energie- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen abgestützt ein müssen. Es geht schließlich darum “die eigenen Ressourcen bestmöglich für die eigenen Zwecke zu nutzen, bevor es andere tun oder tun müssen fasst Fleischhacker seinen Beitrag zusammen.

Bilder: ÖVP Klub Tirol